Auswirkung der Kastration auf das Hundeverhalten  
   
  Die Kastration eines Hundes hat großen Einfluss auf das gesamte Hormonsystem  
  und somit auch auf das hormonell bedingte Verhalten.  
  Doch nicht alles wird zum positiven beeinflusst.  
  Manchmal können sich Verhaltensprobleme nach dem Kastrieren verschlimmern.  
   

Einfluss der Kastration auf das Verhalten des Hundes

 
     
  Jagdverhalten  
     
  Die Kastration hat grundsätzlich keinen Einfluss auf das Jagdverhalten eines Hundes.  
  Wenn aber das Sexualverhalten nachlässt, kann es zu einer Umorientierung kommen.  
   Der Hund sucht sich „ein neues Hobby“ und das Jagdverhalten kann sich so verstärken.  
     
  Streunen  
     
  Das Herumstreunen eines Hundes lässt nach der Kastration nur dann nach,  
   wenn es sich auf die Zeit der Läufigkeit beschränkt. Auf generelles Streunen hat sie keinen Einfluss.  
     
  Futterverteidigung  
     
  Das Problem der Futterverteidigung wird durch die Kastration vor allem bei Rüden verstärkt.  
     
  Territorialverhalten/Revierverteidigung  
     
  Bei Rüden kann die Verteidigung ihres Reviers etwas nachlassen, sofern es nicht rassebedingt ist.  
  Bei Hündinnen, die das Verhalten schon vor der Kastration zeigten, kann es sich verstärken.  
     
  Angst/Angstaggression/Stressanfälligkeit  
     
  Bei Rüden steigert sich das Angstverhalten nach der Kastration.  
   Besonders die Angstaggression kann massiv zunehmen.  
  Bei Hündinnen kann es sich in einigen Fällen bessern, ist aber meistens gleichbleibend.  
  Zickigkeit der Hündin während der Läufigkeit  
  Durch das reduzierte Sexualverhalten und dem Wegfall der Läufigkeit tritt auch die Zickigkeit nicht mehr auf.  
     
  Jungtierverteidigung  
     
  Bei Rüden ändert sich nach der Kastration in der Regel nichts, kann sich aber manchmal auch steigern.  
  Bei Hündinnen lässt es nur dann nach, wenn es ausschließlich innerhalb des Zyklus auftritt.  
  Neigt eine Hündin generell dazu oder reichen äußere Faktoren aus (z.B. Schwangerschaft innerhalb der Familie),  
   um dieses Verteidigungsverhalten auszulösen, ändert auch eine Kastration selten etwas daran.  
     
  Aufreiten  
     
  Wenn das Aufreiten eines Rüden sexuell motiviert ist, tritt nach der Kastration eine Besserung auf.  
   Allerdings nur wenn der Rüde dieses Verhalten nicht schon als „Normalverhalten“ abgespeichert hat.  
  Handelt es sich bei dem Aufreiten um eine dominierende Geste, bessert es sich,  
   wenn überhaupt, nur geringfügig.  
  Zeigt eine Hündin dieses Verhalten als Dominanzgehabe,  
  wird es nach der Kastration häufig verstärkt auftreten.  
  Wird das Aufreiten durch Stress verursacht,  
   ist es eine Übersprungshandlung oder sogar eine Stereotypie,  
   wird sich dieses Verhalten möglicherweise verstärken.  
  Nur bei Hündinnen kann in einigen Fällen eine Besserung eintreten.  
     
  Eifersucht  
     
  Eifersucht hat weniger mit dem Sexualverhalten als mit der Partnerbindung zu tun  
  und wird sich deshalb nach dem Kastrieren kaum ändern.  
  Lediglich wenn es sich auf läufige Hündinnen beschränkt, wird es sich manchmal bessern.  
     
  Rüpelhaftes Verhalten der Hündin  
     
  Kommt es auch unabhängig von der Läufigkeit zu aggressiven Verhalten  
   gegenüber Geschlechtsgenossinnen, Auswirkung der Kastration auf das Hundeverhalten  
  Rüpelhaftigkeit und generell eher rüdenhaftes Verhalten wird dieses durch die Kastration verstärkt.  
     
  Fazit
 
 
 
Die Kastration von ängstlichen und unsicheren Rüden sollte in jedem Fall vermieden werden,
 
   vor allem dann, wenn sie angstaggressiv sind.  
  Auch das Kastrieren von draufgängerischen und rüpelhaften Hündinnen sollte gut überlegt sein.  
     
  Verhaltensprobleme lassen sich nicht mit den Geschlechtsorganen entfernen.  
   Auch Nebennierenrinde, Hypothalamus,  
   Hirnanhangdrüse und Schilddrüse sind bei der Hormonproduktion beteiligt.  
     
 
Dazu kommt, dass sich bei Verhalten, das regelmäßig gezeigt wird,
 
   auch die Verbindungsstellen im Gehirn entsprechend ändern.  
  Dieses erlernte Verhalten lässt sich durch das Kastrieren nicht einfach wegwischen.